Sparen predigen, Beton-Politik fortsetzen

Wie sich die SPD in Inden als Retter darstellt – obwohl sie Teil des Problems ist.

Der im Mitteilungsblatt Nr. 8 vom 17. April 2026 veröffentlichte Beitrag liest sich weniger wie eine Information für Bürger als wie ein Stück Verwaltungsprosa zur politischen Selbstentlastung. Eine Sprache aus Haushaltscodes, Veranschlagungen, Ansätzen, Rücklagen und Prüfaufträgen – geschrieben offenbar nicht für Bürger, sondern für Verwaltungszirkel. Wer soll daraus verstehen, worum es wirklich geht? Was bedeuten diese Streichungen konkret für die Zukunft der Gemeinde? Welche Projekte stehen tatsächlich zur Debatte? Welche finanziellen Risiken hängen daran? Nichts davon wird verständlich erklärt.

Dieses Papier will Seriosität ausstrahlen. Tatsächlich ist es politische Selbstinszenierung.

Die SPD versucht sich plötzlich als Hüterin von Sparsamkeit und Vernunft darzustellen. Ausgerechnet jene Partei, die über Jahre die Politik des Strukturwandel-Größenwahns mitgetragen hat. Dieselben Kräfte, die Prestigeprojekte mit beschlossen, touristische Luftschlösser befördert und millionenschwere Risiken für die Gemeinde mit aufgebaut haben, präsentieren sich nun als Mahner gegen Verschwendung. Das ist keine Kehrtwende. Das ist Schadensbegrenzung im Wahlkampfmodus.

Zwischen den bürokratischen Zeilen steckt vor allem eins: keine echte Abkehr vom bisherigen Kurs.

Ja, einzelne Ansätze sollen gestrichen werden. Ein Projekt „Lucherberg Ort der Zukunft“ wird kritisiert. Ein Parkplatz soll entfallen. Öffnungszeiten im Rathaus sollen keine 70.000 Euro kosten. Das klingt nach Aufräumen.

Aber was fehlt?

Keine Absage an das überdimensionierte Indesee-Konzept.

Keine Abkehr vom touristischen Entwicklungsdogma.

Kein Stopp weiterer Strukturwandelprojekte.

Kein Eingeständnis, dass die Richtung insgesamt falsch sein könnte.

Dabei kommt selbst von offizieller Seite Kritik. Die Gemeindeprüfungsanstalt NRW empfahl ausdrücklich, nur bereits vertraglich gebundene Strukturwandelprojekte fortzuführen und weitere Maßnahmen umgehend einzustellen. ()

Sprengstoff pur.

Doch statt diese Warnung als Notbremse zu verstehen, macht man weiter. Als gäbe es kein Morgen.

Warum?

Weil niemand eingestehen will, dass man sich verrannt hat.

Denn dann müsste offen ausgesprochen werden:

Der Traum vom Massentourismus im Indeland könnte sich als millionenschwerer Irrweg erweisen.

Die Vision vom Freizeitparadies auf der Goltsteinkuppe könnte sich als dauerhafte Kostenfalle entpuppen.

Und viele politische Entscheidungen der letzten Jahre wären als Fehlentscheidungen erkennbar.

Davor fürchtet sich das ganze Ratskartell.

Also schafft man weiter unumkehrbare Fakten.

Mehr Infrastruktur.

Mehr Bauprojekte.

Mehr Bindungen.

Mehr Beton.

Und die Bürger zahlen.

Über die Grundsteuer.

Über Gebühren.

Über Umlagen.

Über sinkende Lebensqualität.

Wenn Hebesätze tatsächlich Richtung 3000 Punkte marschieren, reden wir für viele Eigentümer über Belastungen, die existenziell werden. Dann geht es nicht mehr um „moderate Anpassungen“, sondern um Eigentumsverlust.

Wer kauft künftig noch in einer Gemeinde Häuser, deren Steuerbelastung Investoren und Familien abschreckt?

Diese Frage beantwortet niemand.

Stattdessen werden die Bürger mit Indeland-Propaganda eingelullt.

Von Chancen.

Von Zukunft.

Von Strukturwandel.

Von Freizeitqualität.

Kaum gesprochen wird über Risiken:

Verkehrslawinen.

Unterhaltskosten für touristische Infrastruktur.

Naturverbrauch.

Lärm.

Vandalismus.

Polizeiliche Mehrbelastung.

soziale Folgekosten.

dauerhafte kommunale Zuschüsse.

Und vor allem:

Wer das alles langfristig bezahlen soll.

Die wahre Sauerei besteht nicht nur in fragwürdigen Projekten.

Sie besteht darin, dass man den Bürgern bis heute nicht ehrlich sagt, was diese Politik kosten wird.

Die SPD verkauft kosmetische Haushaltseingriffe als Rettungskonzept, verweigert aber den eigentlichen Kurswechsel.

Das ist kein Problemlösen.

Das ist Verwaltung des Problems.

Und genau das bringt Gemeinden in den Bankrott.


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